Heute habe ich gelernt, dass die Vorstandschefs der großen US-Autokonzerne manchmal wie die kleinen Bittsteller daherkommen (müssen). Nachdem sie bereits einmal abgeblitzt waren, nahmen die Bosse von General Motors, Chrysler und Ford nun einen zweiten Anlauf in Sachen Finanzhilfe durch den US-Kongress. Sie zogen alle Register: Waren sie zum ersten Treffen noch im Privatjet angereist, wurde diesmal der Hybrid-Bolide bemüht. Der Kotau war vollkommen, dennoch (oder auch deshalb?) ist die Aussicht auf staatliche Hilfen eher mau.

Ich persönlich finde das Betteln um Hilfe geradezu ungehörig. Jahrzehntelang baute man Autos in Dimensionen, als sei der Energievorrat zu deren Betrieb ebenso unerschöpflich wie die Klimagas-Toleranz der Atmosphäre – und verdiente sich dumm und dämlich an spritfressenden Privatlastwagen. Nun stellt man einigermaßen überrascht fest, dass Nachhaltigkeit keine Stärke der jeweiligen Produktpalette der Hersteller ist. Und nun soll der Staat bzw. der Steuerzahler einspringen? In meinen Augen – vorsichtig formuliert – ein überaus vermessenes Ansinnen.