Letzthin habe ich erfahren, dass ein iPod Touch ganz ohne GPS und Mobilfunkverbindung den eigenen Standort erschreckend genau auf der Maps-Anwendung anzeigen kann. S.: “Wie geht das denn? Hat das mit der IP zu tun? Unmöglich. Die wird doch dynamisch vergeben…” Es war klar, dass man der Sache auf den Grund gehen musste. Bei den Recherchen habe ich unter anderem gelernt, was sich hinter der Formel WPS + GPS = XPS verbirgt.
GPS
GPS, das ist ja inzwischen weitgehend bekannt, funktioniert satellitengestützt.
WPS
Standortbestimmung per WLAN heißt WPS. Das funktioniert (z.B. im iPod touch), weil jeder WLAN-Hotspot ein Funksignal sendet. Die Signalstärke kann gemessen werden, ohne dass der Empfänger im jeweiligen Hotspot angemeldet sein muss. Anhand der Signalstärken mehrerer Hotspots lässt sich nun die Position eines Empfängers errechnen. Theoretisch. Wenn man die Positionen der Hotspots kennt. Die Firma Skyhook Wireless hat diesen Aufwand der Hotspot-Kartierung tatsächlich betrieben! Und ist weiterhin unterwegs, um die Karten auf dem neuesten Stand zu halten.
Schon 2006 konnte der aufmerksame Zeitgenosse übrigens eine Meldung zum Thema WPS bei heise lesen: Positionsbestimmung per WLAN
XPS
Die Kombination aus GPS und WPS ist ganz besonders toll, da sich die Schwächen beider Systeme ausgleichen lassen. GPS funktioniert wegen der meist fehlenden Sichtverbindung zu Satelliten nicht in Innenräumen. WLAN schon. Und WPS funktioniert andererseits nur, wenn Hotspots in der Nähe sind. Werden beide Methoden in einem Gerät kombiniert, nennt das zumindest Skyhook Wireless XPS. (Nachzulesen bei spiegel online)
HPS?
Google weiß ja schon seit einiger Zeit, wo wir sind — wenn wir die mobile Version von Google Maps auf einem mobilen Telefon nutzen: Per Standortbestimmung per Handy anhand der umliegenden Mobilfunkmasten. Und alles zusammen wird im iPhone verwendet.
Spooky, oder?
Dass Apples Positionsbestimmung per WLAN leicht fälschbar ist, beruhigt mich keineswegs. Wahrscheinlich sollte es mich sogar noch mehr beunruhigen.
Aufgepasst
Übrigens ist nicht nur Skyhook Wireless zur Datenerfassung hierzulande unterwegs. Sondern auch Google (Google lässt Kamera-Autos durch den Sektor fahren), damit der gemeine Google Maps- (oder Google Earth-?) Besucher mit “StreetView” in Zukunft auch in Deutschland …
quasi durch die abfotografierten Straßen spazierengehen können.
Wenn also demnächst (oder sind die etwa schon fertig damit?) ein schwarzes, unauffälliges Auto mit Kameragestell auf dem Dach an euch vorbeifährt: Eine coole Geste aus dem Ärmel schütteln oder lächeln, auf keinen Fall aber in der Nase bohren! Dann sofort per GPS, WPS, XPS oder was gerade zur Hand ist, die Geo-Koordinaten ermitteln und auf “StreetView” warten…
Und ich dachte bislang, ich hätte zuminest vorerst nur einen großen Bruder…