Heute habe ich gelernt, dass der Kaisermythos durchaus berechtigt ist.
Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser vor Franz Beckenbauer, war eine Steißgeburt. Was sich fast wie eine Beleidigung anhört, war für ihn ein wirkliches Problem. Sein linker Arm wurde nämlich bei der Entbindung so stark verletzt, dass er Zeit seines Lebens ein Krüppel bleiben sollte. Das erklärt einiges, aber nicht alles. Und bringt mich zu der Einsicht, dass ich mich in diesem Blog tunlichst von geschichtlichen Themen fernhalten sollte.
Biologie.de schreibt hierzu:
“Damit der verkürzte Arm in der Öffentlichkeit nicht zu sehr auffiel, war er auf das Tragen von Seitenwaffen angewiesen, auf denen er den Arm abstützen konnte. Die dadurch leicht angewinkelte Haltung des Armes machte es dem Betrachter zusätzlich schwerer die tatsächliche Länge des Armes festzustellen.”
Und nun konstruiere ich doch noch eine Parallele zu Kaiser Franz. In ewiger Erinnerung bleibt das Bild aus dem 3:4 Halbfinale gegen Italien bei der WM 1970 in Mexiko, dem Jahrhundertspiel, das Beckenbauer mit Schlüsselbeinbruch und Armschlinge am – zugegeben: rechten – Arm zu Ende spielte. Noch immer nicht überzeugt?
“Gott erhalte Franz den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz…”. Das ist nicht etwa mein Mantra, vielmehr handelt es sich um den Anfang des ursprünglichen Textes zur Melodie der heutigen deutschen Nationalhymne. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Oder ein König.