Staatsform
Politik, Wirtschaft 2 Kommentare »Zuletzt habe ich gelernt, dass unsere Staatsform angesichts der Bürgschafts- und Staatshilfe-Debatten aktuell eine “Kleptokratie” ist.
Zuletzt habe ich gelernt, dass unsere Staatsform angesichts der Bürgschafts- und Staatshilfe-Debatten aktuell eine “Kleptokratie” ist.
Ich habe nicht nur gelernt, was ein Freudscher Versprecher ist, sondern auch, dass es sich hierbei nicht nur um graue Theorie handelt.
Bin ich der letzte, der dieses Video gesehen hat?

Ich habe gelernt, dass die sog. “O2-World” in Berlin, ein Flaggschiff des nicht unumstrittenen städtebaulichen Projektes mediaspree, Konkurrenz bekommen hat.
Diese Infiltration des allgemeinen Sprachgebrauchs mit Firmennamen finde ich im übrigen abscheulich und ich beuge mich dem Zwang zur Benutzung dieser Namen keinesfalls. Stattdessen nehme ich lieber eine Parallelnamensgebung vor.
Heute habe ich gelernt, dass die Diskussion um ein atomares Endlager vielleicht bald vorbei sein könnte. Eine amerikanische Firma hat ein Mini-Atomkraftwerk namens “Hyperion” entwickelt. Jede dieser 25 Millionen Dollar teuren Anlagen produziert Strom für ca. 10.000 (US-)Haushalte – das sollten doch mindestens 100.000 deutsche Haushalte sein.
Zum Betrieb wird der Reaktor nach den Vorstellungen seiner Entwickler tief in der Erde vergraben.
Das ist eine tolle Idee, so spart sich der Staat das Geld für Polizeieinsätze bei Transporten nach Gorleben und muss sich keine Lösung mehr für ein eigenes Endlager für Atommüll ausdenken.
Ich habe gelernt, dass es ein Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung namens Weltwärts gibt. Die Initiative ist so eine Art Praktikumsorganisation für Entwicklungshilfe: Als 18- bis 28-jähriger kann man sich um den “Freiwilligendienst in Entwicklungsländern” bewerben. Dauer des Einsatzes: 6 bis 24 Monate.
Die Meinung des Herrn David Harnasch dazu seht ihr hier: Zoomer.de » Meinungsmacher
Schon ziemlich polarisierend. Ich frage mich nur immer, wer solche Rechnungen (”mit dem gleichen Geld könnte man…”) kalkuliert. Ist im von Herrn Harnasch erwähnten Beispiel der ganze Organisationsaufwand berücksichtigt, der mit der Verteilung der Präparate anfällt? Und: Wenn das so einfach wäre, warum macht es dann eigentlich niemand?
Nichts ist so alt, wie die Zeitung von gestern? Von wegen, ich konnte mal wieder das Gegenteil lernen:
… Parliament approved landmark banking legislation today that will allow the Government to nationalize failing banks, and political parties announced that they had reached a new accord to provide several hundred billion dollars in new money to try to revive the banking system and set the country on a path toward economic health…
The possibility of a way out of the financial crisis sent stocks surging today, with shares of the nation’s banks jumping an average of 8 percent …[and] the index … rose 5.24 percent … in a big comeback after last week’s plunge…
Dies ist kein Artikel aus der aktuellen Presse, sondern aus der New York Times vom 13. Oktober 1998!
So wie sich die Berichterstattung ähnelt, sind auch bezüglich der aktuellen Massnahmen der US-Regierung zur Eindämmung der Finanzkrise Parallelen zu den Massnahmen in Japan vor zehn Jahren nicht von der Hand zu weisen. Blickt man auf die Entwickung in Japan seitdem zurück, besteht wohl auch aktuell kein besonderer Grund für Optimismus (wenngleich die Ausgangssituationen völlig verschieden sind).
Ich habe gelernt, dass die spanische Hymne keinen Text hat. Auf diesen Fakt wurde ich erstmals vor dem Finalspiel am vergangenen Sonntag hingewiesen und konnte dann ganz fasziniert verfolgen, dass die spanischen Spieler einen guten Grund hatten, nicht zu singen. Hätte wohl auch etwas albern ausgesehen, wenn sie es wie die Fans gehalten hätten. Die sangen so etwas wie “oh oh oh” oder “lololo”, würde ich tippen.
Der Grund dafür, dass “Marcha Real” wortlos daher kommt, liegt wohl im Alter des Songs — damals, so zur Mitte des 18. Jahrhunderts, war es eben noch völlig unüblich, überhaupt eine Hymne zu haben.
Wozu eine Fußball Europameisterschaft doch gut sein kann…
Links zum Thema:
» Wikipedia: Marcha Real
» ZDF: Sprachlose Spanier
» Salzburger Nachrichten: Sprachlose Spanier
Wie der Sprecher des chinesischen Aussenministerium, Jiang Yu, verlauten liess, seien Berichte ausländischer Nachrichtenagenturen, die olympische Fackel sei bei Protesten in Paris erloschen, nicht wahr.
Woher hat er die Informationen? Dabei war er wohl nicht, seht selbst:
[dailymotion x4ztb8 nolink]
Das Thema bewegt mich doch erheblich, so dass ich es an dieser Stelle regelmässig aufgreifen werde.
Von Seiten der Politik (hier exemplarische Positionen von Hans Dietrich Genscher und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger) ist wohl anlässlich der Olympischen Spiele keine Intervention zu erwarten, die eine Achtung der Menschenrechte durch die chinesische Staatsführung einforderte. Vielleicht ist das auch Ordnung.
Dennoch finde ich es wichtig und gut, dass, wie bei den Protesten der letzten Tage anlässlich des Fackellaufs durch Paris und London, durch viele Aktionen und öffentlich Meinungsäusserungen eine signifikante und deutlich wahrnehmbare Gegenposition zu den Menschenrechtsverletzungen bezogen wird.
Um was für ein totalitäres System es sich bei der chinesichen Staatsführung handelt, zeigt allein ein Blick auf die offizielle Internetseite der Olympischen Spiele in Peking:
Carrying the torch on the new course along the Seine River, Jin demonstrated great valor when a “pro-Tibet independence” activist, attempting to disrupt and sabotage the torch relay, reached for her wheelchair and lunged toward her. Without concern for her own safety, Jin did her best to protect the flame, her face exhibiting courage and pride in spite of the chaotic situation
Ein übles Propaganda-Feuerwerk – hier nur ein exemplarischer Auszug – erster Güte!
Auf den Seiten des IOC sucht man übrigens vergeblich nach Nachrichten oder gar Meinungen bezüglich der Zwischenfälle beim Fackellauf! Hier findet sich lediglich ein Link auf die chinesichen Propagandaseiten.
Ich habe heute gelernt, wie man sich optimalerweise auf die Olympischen Spiele in Peking vorbereitet:
aus: KAL, The Economist
Update aus aktuellem Anlass: Einstweilen ist die olympische Flamme hier erloschen: