Ich habe gelernt, dass es so etwas wie “Molekularküche” gibt:
Die Molekularküche setzt Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Untersuchung biochemischer, physikalischer und chemischer Prozesse bei der Zubereitung von Speisen und Getränken um, die mit der Änderung von Texturen einzelner Produkte oder allgemein mit den Wechselwirkungen zwischen physikalisch-chemischen Prozessen und Veränderungen eines Produkts zu tun haben.
(Wikipedia)
Bei meinem ersten Kontakt zu diesem Thema vor zwei oder drei Wochen hatte ich das Ziel dieser Modeerscheinung (?) so verstanden: Das, was man isst, soll anders schmecken als aufgrund der visuellen Erscheinung zu erwarten. Abgesehen davon, dass “MK” natürlich einfach hip ist, naja klar, ganz großartig funky und experimentell und so. Man könnte behaupten, so dachte ich weiter, “MK” sei quasi die logische Weiterentwicklung der Tendenz, dass der moderne Mensch als solcher in der Regel weder Fischaugen noch sonst ein als Tierform erkennbares Nahrungsmittel auf dem Teller sehen möchte. Ich fand die so interpretierte Molekularküche zwar verständlich, aber auch mehr als übertrieben.
Vielleicht täusche ich mich aber, und die ganze Disziplin ist tatsächlich höchst spannend. Gerade bin ich über diese Molekularküchenwebsite auf die Serie They Go Really Well Together (”TGRWT”) auf der Website lamiacucina gestoßen.
Bei TGRWT geht’s um Food pairing oder anders gesagt darum,
zwei (gelegentlich drei) Zutaten, die üblicherweise kaum miteinander kombiniert werden, zu einem (hoffentlich) wohlschmeckenden Gericht zu vereinigen. … [Eine Theorie besagt, ] dass Nahrungsmittel geschmacklich mit hoher Wahrscheinlichkeit gut zusammenpassen, wenn beide einen oder mehrere flüchtige Aromastoffe gemeinsam aufweisen.
In Runde 9 wurde z.B. die Praxistautlichkeit dieser Theorie mit der Kombination aus Kakao (oder dunkler Schokolade) und Parmesankäse geprüft. Das finde ich, hört sich extrem lecker an! Und wenn es bei “MK” nun also entgegen meinem ersten Verständnis darum geht, aufgrund biochemischer Zusammensetzungen auf neue, ungeahnte Geschmackserlebnisse zu stoßen, muss ich mich bei nächster Gelegenheit wohl doch nochmal genauer mit dem Thema beschäftigen.