Allakinda
Design Kein Kommentar »
Hier gibts Weihnachtsgeschenke für den ästhetisch anspruchsvollen Nachwuchs – ein Manifest gegen die Berge an Plastik-Gift-Müll (wie beispielsweise die für den blechernen Teddy reife “Sprechende Modeboutique“)

Hier gibts Weihnachtsgeschenke für den ästhetisch anspruchsvollen Nachwuchs – ein Manifest gegen die Berge an Plastik-Gift-Müll (wie beispielsweise die für den blechernen Teddy reife “Sprechende Modeboutique“)
Heute habe ich gelernt, dass Mode ein Gesicht haben kann.

Nachdem sich die Gerüchte verdichten, dass eine Blur-Wiedervereinigung vor der Tür steht (deren Ergebnis ich mit extremer Vorfreude entgegensehe), ist dies der ideale Moment, um etwas vor längerer Zeit Gelerntem (das seit dem in den Drafts schlummert) endlich die gebührende Publizität zu verschaffen:
Ich habe gelernt, wie man Portraits im Stil von Julian Opie, der auch das Cover des Blur Greatest Hits Albums entworfen hat, erstellen kann.
Wie es geht steht hier.
Ich habe gelernt, wie ein Wankelmotor aussieht und dass der Innenhof des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart einem solchen nachempfunden ist.
Ich habe gelernt, dass man Branding immer häufiger auch riechen kann. In der PAGE (02.08) war in einem Artikel über Duftmarketing zu lesen, dass lange schon nicht nur Deo und Duschzeug, sondern auch Putzmittel oder Weichspüler über den Duft verkauft werden: Der General — Orangenblüte-Sanddorn oder Zitronenmelisse? Lenor MYSTERY — Shangri-La oder Sahara? Das finde ich noch einigermaßen einleuchtend.
Wirklich erstaunlich finde ich, wenn für ein global agierendes Unternehmen wie Singapore Airlines eine Duftnote — Corporate Scent — entwickelt wird, die für Kabinen, Erfrischungstücher und sogar Stewardessen “benutzt” wird. Das wird dann so genannt:
… das olfaktorische Design … eingebunden in eine holistische Markenstrategie…
Erstaunlich, weil Düfte doch je nach Klima ganz anders wirken und in verschiedenen Kulturen unterschiedlich wahrgenommen werden. Habe ich mich schon häufiger gewundert, wenn es im südlichen Europa penetrant nach Chlor riecht, musste ich jetzt lernen, dass das kein Versehen ist. In Italien oder Spanien wird Chlor angeblich als “angenehmer”, mit Sauberkeit assoziierter Duft wahrgenommen. Und deshalb werden Putzmittel ohne Chlor zumindest mit Chlorduft versehen!
Forscher denken wohl weitergehend darüber nach, wie bestimmte “Duftmarken” klingen. Hört sich komisch an. Gemeint ist: Man möchte mit einem Klang und einem Duft die gleichen Hirnregionen stimulieren. Abgefahren, wenn ihr mich fragt. Und ein bisschen beängstigend.
Mich hat der Artikel sehr fasziniert. Unter anderem, weil ich kürzlich in einem Hotel weilte, das meines Erachtens olfaktorisches Design testete. Für meine mitteleuropäische Nase viel zu penetrant. Genau genommen stank es. So ähnlich wie in Douglas Filialen, die ich genau aus diesem Grund meide. Das ist ja aber auch nur eine Frage der Zielgruppe, ich gehöre wohl in beiden Fällen nicht dazu.
Ich habe gelernt, dass es nicht nur Kornkreise, sondern auch Sandkreise gibt. Fantastisch!
Ich habe gelernt, dass es die Farbe curious blue [#399AD5] gibt.
Wie so manch andere Farbe benannt werden kann, lernt man auf der Website Name that Color. Sowas müsste es auch auf deutsch geben. Mach doch mal jemand, bitte.
Am Freitag habe ich bei einem Vortrag im Rahmen einer Konferenz der DGTF gelernt, dass Design in Südafrika vornehmlich westlich orientiert ist, sein Spannungsfeld aber u.a. aus dem kulturellen Vakuum bezieht, das nach dem Ende der Apartheid entstanden ist.
Vortragender war Garth Walker, ein weißer Südafrikaner, der u.a. das Magazin IJUSI herausgibt:
The Russian Revolution spawned constructivism, the Sexual Revolution spawned psychedelic art and the South African revolution spawned…well, it spawned ijusi. Ijusi is OJ’s contribution to this country’s new, vibrant and as yet unnamed visual language. In the spirit of our liberated new reality, ijusi acts as a forum for designers, photographers, writers and artists to express their views in a country searching for identity and character.
Walker arbeitete beispielsweise an der Frontgestaltung des South African Constitutional Court in Johannesburg mit, indem er eine eigene Typografie entwickelte, die auf Graffitis aus den Zellen politischer Haftanstalten basiert.