Wohnungssuche in Köln
Allgemein 1 Kommentar »Heute habe ich gelernt, dass Reichtum nicht vor Dummheit schützt.
Das Haus, in dem ich wohne, soll kernsaniert werden. Dann verkauft man die Wohnungen an neureiche Yuppies und diese vermieten sie weiter an Yuppies, die auf bestem Wege sind, neureich zu werden. Das nennt man wohl einen Teufelskreis. Was zunächst nach (m)einem frustrierten Althippie-Geplapper klingt, ist in Köln Realität. Jedenfalls in dem Viertel, in dem ich wohne. Charmante Altbauten mit Charme und Patina werden en gros aufgekauft und sukzessive zu “Objekten” umsaniert: “lichtdurchflutete Atelierwohnungen mit umlaufenden Terrassen sowie Maisonette-Terrassen-Wohnungen mit Loftcharakter” heißt das dann im Yuppie-Prospekt. Grauenhaft.
Einem Ehepaar ganz oben beschriebenen Kalibers begegnete ich gestern auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Die hatten sich gleich drei Eigentumswohnungen in einem kernsanierten Gründerzeithaus im Belgischen Viertel in Köln gekauft. Benommen haben sie sich aber, als hätten sie vor 20 Jahren eine Farm in Südafrika erworben. Allein wie sie – der Gatte hatte wenig bis gar nichts zu melden – mit den Bauarbeitern umsprang. Da wäre ihr fast die Schminke aus dem Gesicht und mir die Faust in ihr Gesicht gefallen. Unmöglich. Der arme Ehemann.
Was folgere ich daraus? Denn mein Ansatz, jeden Tag etwas dazuzulernen, braucht ja schließlich auch eine moralische Synthese. Die heutige lautet: € 14,30 Warmmiete pro Quadratmeter sind nicht politisch korrekt. So etwas darf man eigentlich gar nicht unterstützen. In diesem Sinne: Es ist ein schmaler Grat zwischen HausbesItzer und HausbesEtzer. Aber letzterer ist bei diesen Rahmenbedingungen wohl der erstrebenswertere Zustand.
