Ich habe gelernt, dass man Branding immer häufiger auch riechen kann. In der PAGE (02.08) war in einem Artikel über Duftmarketing zu lesen, dass lange schon nicht nur Deo und Duschzeug, sondern auch Putzmittel oder Weichspüler über den Duft verkauft werden: Der General — Orangenblüte-Sanddorn oder Zitronenmelisse? Lenor MYSTERY — Shangri-La oder Sahara? Das finde ich noch einigermaßen einleuchtend.

Wirklich erstaunlich finde ich, wenn für ein global agierendes Unternehmen wie Singapore Airlines eine Duftnote — Corporate Scent — entwickelt wird, die für Kabinen, Erfrischungstücher und sogar Stewardessen “benutzt” wird. Das wird dann so genannt:

… das olfaktorische Design … eingebunden in eine holistische Markenstrategie…

Erstaunlich, weil Düfte doch je nach Klima ganz anders wirken und in verschiedenen Kulturen unterschiedlich wahrgenommen werden. Habe ich mich schon häufiger gewundert, wenn es im südlichen Europa penetrant nach Chlor riecht, musste ich jetzt lernen, dass das kein Versehen ist. In Italien oder Spanien wird Chlor angeblich als “angenehmer”, mit Sauberkeit assoziierter Duft wahrgenommen. Und deshalb werden Putzmittel ohne Chlor zumindest mit Chlorduft versehen!

Forscher denken wohl weitergehend darüber nach, wie bestimmte “Duftmarken” klingen. Hört sich komisch an. Gemeint ist: Man möchte mit einem Klang und einem Duft die gleichen Hirnregionen stimulieren. Abgefahren, wenn ihr mich fragt. Und ein bisschen beängstigend.

Mich hat der Artikel sehr fasziniert. Unter anderem, weil ich kürzlich in einem Hotel weilte, das meines Erachtens olfaktorisches Design testete. Für meine mitteleuropäische Nase viel zu penetrant. Genau genommen stank es. So ähnlich wie in Douglas Filialen, die ich genau aus diesem Grund meide. Das ist ja aber auch nur eine Frage der Zielgruppe, ich gehöre wohl in beiden Fällen nicht dazu.